Meinung,  Persönliches

„Gesagt, getan“ oder Die Sache mit der Geduld

Wenn mich jemand nach meinen charakterlichen Defiziten fragt, fällt mir eines spontan ein: Ungeduld. Man könnte sagen, Ungeduld ist mein zweiter Vorname! Das war schon immer so und wird sich wahrscheinlich bis an mein seliges Ende nicht ändern. Als ich klein war, habe ich meine Eltern in den Wahnsinn getrieben mit meinen „Wie lange noch?“-Fragen. Wie lange noch bis zum Geburtstag, bis Weihnachten, bis zum Urlaub, bis ich in die Schule komme, bis die Oma zu Besuch kommt, bis Daktari anfängt, usw. Ein Wunder, dass die mich nicht erschlagen haben. Offenbar hatten sie sehr viel Geduld mit mir!

Nun heißt es ja leider nicht „Ungeduld ist eine Tugend“, sondern die gute alte Geduld wird gehypt. Im Wörterbuch wird Ungeduld definiert als a) die Fähigkeit, ruhig zu warten und b) die Unfähigkeit, ruhig mit Schwierigkeiten oder Fehler anderer umzugehen.  Was a) angeht, fehlt mir da wohl ein Gen… Warum soll ich überhaupt auf etwas warten? Warum kann nicht alles sofort sein? Wenigstens die guten Sachen!

Ich habe schon oft versucht, an mir zu arbeiten Angeblich kann man Geduld lernen, habe ich gelesen. Ja, kann man – wenn man ein buddhistischer Mönch ist!

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Es soll ja Menschen geben, die mit einem gewissen Fatalismus (oder sollte ich es Phlegma nennen?) einfach abwarten, bis es soweit ist. Die komplett im Jetzt und Heute leben, und nicht 3 Wochen in der Zukunft.

Natürlich hat die Ungeduld auch eine positive Seite, nein, eigentlich sogar zwei: Zum Einen geht sie mit Vorfreude einher. Der Spruch „Vorfreude ist die schönste Freude“ hätte glatt von mir sein können. Ich freue mich im Vorfeld immer wie verrückt, sei es auf einen Urlaub, den Besuch einer Freundin, eine Party, oder, wie aktuell bei uns, den Umzug in eine neue Stadt. Und zum Zweiten bedingt die Ungeduld auch eine gewisse Schnelligkeit bei der Arbeit. Eine Agenturchefin, für die ich früher mal gearbeitet habe, meinte immer, mein Motto sei „Gesagt, getan“. Aufschieben finde ich blöd. Da wäre ich mit mir selber ungeduldig. Also erledige ich nach Möglichkeit alles sofort. Das kann dann auch schon mal nach hinten los gehen und unter der Rubrik „vorschnell“ laufen, aber so ist das eben.

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Momentan befinde ich mich in einer besonders schlimmen Ungedulds-Phase: Wir haben unser Haus verkauft, ziehen aber erst im Sommer um. Eigentlich würde ich gern so langsam anfangen, Kisten zu packen – aber es könnte durchaus sein, dass wir den einen oder anderen Teller bis Juni noch mal brauchen 😉 In Gedanken richte ich schon die neue Wohnung ein und würde am liebsten sofort die Küche bestellen, aber wir haben noch nicht mal ausgemessen. Ich leide!!!

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Geht Euch das auch so? Gehört Ihr auch zu den Menschen, die nichts abwarten können, oder seid Ihr eher diese „Eile mit Weile, kommt Zeit, kommt irgendwas“-Typen? Ich jedenfalls nutze jetzt meine Ungeduld und die damit verbundene (positive!) Energie und sammle – Ideen und erste Einrichtungsgegenstände. Neulich habe ich für die neue Wohnung schon eine Lampe gekauft. Jaja, vorschnell, ich weiß. Aber sie wird ja nicht schlecht, die Lampe. Und wenn es dann soweit ist, dass sie gebraucht wird, habe ich sie schon und dadurch Zeit, schnell etwas anderes zu erledigen. Gesagt, getan!

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