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Allerlei Leipziger Entdeckungen, Teil 4 – Meine liebsten Cafés

(Werbung, weil man das dazu schreiben muss) – In Leipzig gibt es unzählige kleine und große Cafés, und eigentlich sind sie alle toll, zumindest habe ich noch keins entdeckt, das ich nicht weiterempfehlen würde. Natürlich hat hier jeder seine persönlichen Vorlieben… Ich habe Euch mal meine bisherige kleine Hitliste zusammengestellt, die ich ganz sicher in Zukunft noch ergänzen werde!

Café Bigoti

Café Bigoti, Burgstraße (an der Thomaskirche)

Endlich, endlich gibt es in der Innenstadt ein wirklich tolles Café! Bisher waren dort entweder nur Touristen-Nepp-, Oma- oder Systemgastronomie-Cafés (ich hoffe, ich werde jetzt nicht gesteinigt, aber so habe ich es empfunden). Seit vor ein paar Wochen das „Bigoti“ direkt an der Ecke vom Thomaskirchhof aufgemacht hat, bin ich im siebten Kaffeehimmel! Hier gibt es einen Frappé, der so gut ist wie in Griechenland – was u.a. daran liegt, dass die Betreiber Griechen sind 😉 Dazu bekommt man Galaktoburiko (sensationeller griechischer Kuchennachtisch aus Blätterteig und Vanillepudding), Sandwiches und natürlich alle anderen Kaffeespezialitäten dieser Welt. Das Ambiente ist stylish, die Bedienung immer ganz reizend, und sogar die Waschräume sind schick. Ich bin da auf jeden Fall jetzt Stammgast, weil man sich auch mal prima mit dem Laptop in eine Ecke setzen und arbeiten kann.

Bigoti

 

Franz Morish

Franz Morish, Goldschmidtstraße

Das Franz Morish liegt nicht direkt in der Fußgängerzone, ist aber nur wenige Minuten zu Fuß vom Augustusplatz und damit vom Uniriesen, Oper und Gewandhaus entfernt. Wer den Industrial Style mag, ist hier genau richtig. Schon allein wegen der Einrichtung ist das Franz Morish mein persönlicher Favorit unter den Cafés in Leipzig. Gleich am Eingang gegenüber dem Tresen steht ein echter Baum im großen Topf, es gibt reichlich Platz, freies WLAN und oben auf der Empore sogar eine Spielkiste, sodass auch Familien mit Kindern sich hier wohlfühlen. Auf den ersten Blick ist das Franz Morish aber doch eher ein bisschen ein Hipster-Café, was man auch schon am Logo mit dem (hipster)bärtigen Inhaber sieht. Getreu dem firmeneigenen Motto: „Das Leben ist zu kurz für schlechten Kaffee“ wird dieser hier selbst geröstet, ist sehr gut und kräftig und kann auch mitgenommen oder online bestellt werden. Es gibt jede Menge leckere Sachen zu essen, wie Sauerteigbrot mit Avocado und pochiertem Ei, und samstags ist Pancake-Day. Hier bestellt man am Tresen, bevor man sich in dem riesigen Raum ein Plätzchen sucht. Wasser gibt es an der Milch-und-Zucker-Theke for free, was ich zum Kaffee total gut finde. Einziger Minuspunkt: An Sonntagen ist das Franz Morish geschlossen.

Übrigens, der Hipsterbartträger auf dem Firmenlogo ist mitnichten der Herr Franz Morish, sondern Tom Geißler, einer der Inhaber und Ex-Fußballprofi bei RB Leipzig. Der Firmenname setzt sich zusammen aus dem englischen Begriff ‚morish’, was so viel bedeutet wie „schmeckt nach mehr“ und dem „Franz“, der wohl eine Hommage an ein Fußballidol ist. Wen wundert’s?

 

Mein liebes Frollein, Fichtestraße

Wenn Ihr in der Südvorstadt richtig gut und sogar günstig frühstücken wollt, ist das „Mein liebes Frollein“ eine echte Empfehlung. Zuerst ist da mal der Name: Wie großartig ist der, bitteschön? Ich muss dabei immer daran denken, wie meine Mama früher zu mir gesagt hat: „Mein liebes Frollein, wenn du jetzt nicht sofort….“ Herrlich! Von der Einrichtung her ist das Café angenehm unaufgeregt mit ein bisschen Mid-Century, die Bedienung ist supernett, es gibt gratis Wasser zum Kaffee und über allem schwebt der Duft nach frisch gebackenen Croissants. Das Müsli im Weckglas ist ein Traum – siehe Foto! Auch hier gibt es free Wifi, und was ich ganz toll finde: Den to-go-Kaffee bekommt man nur im stylischen Pfandbecher!

Photocredit: Mein liebes Frollein

 

Café dankbar, Jahnallee

Wer es nicht kennt, würde wahrscheinlich kaum darüber stolpern, denn von außen ist das „dankbar“ relativ unscheinbar und zwischen den ganzen Dönerläden und Barbershops auf der Jahnallee ziemlich klein und unauffällig. Aber: Unter all den schönen alten Cafés in Leipzig ist das „dankbar“ unbestritten das Schönste. Punkt. Die ehemalige Fleischerei sieht im Grunde noch so aus wie damals, als hier noch Würste von der Decke und Schinken von den Haken an der Wand hingen. Die alten Kacheln blieben komplett erhalten, ebenso wie die besagten Haken und Regale für Wurst und Fleisch. Lediglich eine neue Theke und ein paar Sitzgelegenheiten wurden hinzugefügt. Die Bedienung ist zauberhaft; es gibt hervorragenden Kaffee, göttlichen Cheesecake und lauter leckere Kleinigkeiten zu essen. Nicht mehr ganz geheimer Geheimtipp: Am Donnerstag- und Freitagabend wird richtig aufgekocht! Zum ausgezeichneten Vier-Gänge-Menü für überschaubare 32,- Euro pro Person sollte man aber unbedingt reservieren!

Photocredit: dankbar
Photocredit: dankbar

 

Café Maitre, Karl-Liebknecht-Straße

 Das Maitre seit über 100 Jahren ist in Leipzig eine Institution, vor allem wegen seiner hervorragenden Patisserie. Innen besticht das Café durch viele Jugendstil-Elemente und bunt gemischte Bildergalerien an den Wänden. Am schönsten ist es aber, wenn man in der warmen Jahreszeit draußen vor dem Kaffeehaus an einem der Tischen auf der „Karli“ sitzt und die vorbei flanierenden Leute beobachten kann!

 

Coffee Fellows, Nikolaistraße

 

Coffee Fellows ist eine Kaffeehaus-Kette und hat deshalb hier eigentlich nichts zu suchen. Wenn Ihr aber in Bahnhofsnähe seid, einen guten Kaffee und in Ruhe noch ein bisschen arbeiten oder lesen wollt, eignet sich die Filiale an der Nikolaistraße/Ecke Brühl ziemlich gut. Der Laden ist „hinten raus“ sehr groß und mit gemütlichen Sitzgelegenheiten ausgestattet, wo man auf jeden Fall ein ruhiges Eckchen findet. Nachteil: Kein Gäste-WLAN

 

Die Buchhandlung Ludwig in Leipzigs wunderschönem Hauptbahnhof

Noch ein letzter Tipp, ebenfalls außer Konkurrenz:

Ich bin überhaupt kein Starbucks-Freund, aber die Filiale im alten sächsischen Wartesaal im Hauptbahnhof ist für jeden Leipzig-Besucher ein absolutes Muss, wie eigentlich der ganze wunderschöne Bahnhof. Dieses architektonische Kleinod bestand früher aus einer preußischen Seite im Westen und einer sächsischen Seite im Osten, die jeweils einen eigenen Wartesaal hatten. Im ehemals sächsischen Wartesaal hat sich der amerikanische Kaffee-Riese breit gemacht. Auch wenn man nicht der größte Fan der Kette ist, sollte man zumindest mal in diesen Starbucks mit seinem wunderschönen historischen Ambiente hineingeschaut haben. Der alte Wartesaal ist so unfassbar prächtig, dass man sich eigentlich die alten Zeiten zurückwünscht!

Mein Tipp: Wenn ihr in Leipzig auf euren (Anschluss-)Zug warten müsst, werft nur einen (kostenlosen) Blick in den Starbucks und dann geht zum Kaffee nach nebenan. Im ehemals preußischen Wartesaal, heute Buchhandlung Ludwig, gibt es mindestens ebenso hervorragenden Kaffee und Gebäck zu wesentlich vernünftigeren Preisen, und ich finde, man sitzt weitaus gemütlicher. Ein frisch gepresster O-Saft kostet hier 3,- €, und mein Geheimtipp für Süßschnäbel ist der Kaffee Royal, eine Art Cappuccino im Glas mit Karamellsirup. Dazu gibt’s eine Hallorenkugel, alles zusammen für 2,80 €. Und Ihr könnt beim Kaffee in den Büchern schmökern, die dort verkauft werden. Besser kann man die Wartezeit wohl kaum nutzen!

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